Die Schlegeis Staumauer

Die Schlegeis Staumauer
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Die riesige Schlegeis Staumauer

Die Staumauer am Schlegeis Stausee im Zillertal

Sie ist eine technische Meisterleistung. In insgesamt nur 3 Jahren Bauzeit wurde die Staumauer im Hochgebirge gebaut. Durch die Seehöhe konnte man nur in den Sommermonaten bauen, deswegen dauerten die Arbeiten von 1965 bis 1971, wobei der Betrieb des Kraftwerks schon nach den ersten Jahren gestartet ist. Für den Bau der Staumauer wurde extra die Straße angelegt, die heute als Zufahrt dient, die Schlegeis Alpenstraße. Auf ihr wurden alle Materialien nach oben transportiert, die für den Bau der Staumauer benötigt wurden. Fast 1 Mio Kubikmeter Beton wurden verbaut. Dazu war viel Zement nötig, 22.000 Eisenbahnwagon voll mit Zement wurden mit der Zillertalbahn nach Mayrhofen geliefert und dann mit LKWs auf der schmalen Bergstraße nach oben. Die Bauarbeiter lebten in den Sommermonaten am Schlegeis. Wo die Unterkünfte waren, steht heute eine Kapelle.

So entstand die riesige Schlegeis Staumauer: Sie ist 131 Meter hoch und die Krone 725 Meter lang und beachtliche 9 Meter breit. Auf der Staumauer kann man gemütlich flanieren! Unten ist die Staumauer sage und schreibe 34 Meter dick. Die Mauer am Schlegeisstausee besteht aus 44 Beton-Teilstücken und in der der Schlegeis Staumauer befinden sich 5 Gänge. Sie dienen zur Überwachung des Bauwerks. Die doppelt gekrümmte Bogengewichtsmauer hält sich selbst und mit zunehmenden Wasserdruck steigt sogar die Stabilität. Auch deshalb ist der Normalstand im Schlegeisspeicher eine Füllung von rund 80%. Ein Kuriosum am Rande: Die Staumauer steht auf festem Untergrund, auf Granitstein. Das sorgt für höchste Stabilität. Wenn der Schlegeis-Speicher ganz voll ist, biegt sich jedoch die Krone leicht – 7 Zentimeter bewegt sich die Staumdammkrone talwärts, wenn der Hochgebirgsstausee voll ist.

Das Wasser in den Schlegeissee kommt auf zwei Wegen: Einmal über unterirdische Zuleitungen (unter anderem vom Tuxer Gletscher herüber), zum anderen über die Bäche und Zuflüsse der umliegenden Berge. 500 Quadratkilometer groß ist das Einzugsgebiet. Selbst wenn der Speichersee leer ist, hält er einem Erdbeben der Stärke 8 stand. Bei Normalstand kann sogar ein Erdbeben mit 10 auf der Richterskala der Schlegeisstaumauer nichts anhaben.

Die Führung in der Schlegeis Staumauer

Für alle Interessierten gibt es die Möglichkeitn in die Staumauer hinein zu schauen und hinein zu gehen. In den Sommermonaten werden von Juni bis Oktober täglich die Staumauerführungen am Schlegeis angeboten. Um 10 Uhr startet die erste Führung, Treffpunkt und Anmeldung ist der Berggasthof Schlegeis am ersten Parkplatz am Schlegeisspeicher. Von dort geht es zu Fuß zum Staudamm und nach einer Erklärung über den Schlegeis steigst du 131 Stufen nach unten in die Mauer. Es gibt keinen einzigen Aufzug in der Staumauer. Auch die Kontrolleure des Monster-Industriebauwerks müssen zu Fuß durch die Schächte wandeln. Bis 16 Uhr werden die Besuchergruppen jeden Tag in das Geheimnis Schlegeis eingeweiht! Für den Bau der Schlegeismauer und das Kraftwerk wurden übrigens 72 Mio Euro investiert.